Sonntag, 20. Februar 2011

Das normale Leben und alles unnormale ;)


Und wieder sind 2 Wochen vergangen…

Wirklich viel aufregendes ist in den letzten 2 Wochen nicht passiert. Der normale Alltag nimmt alles ein ;)
Morgens geht es immer in die Schule. Es wird unterrichtet, dann in der Pause Uji (Porage) getrunken, dann wieder unterrichtet. Danach geht es zum Center kochen, Essen ausgeben und putzen. Anschließend wird immer das gemacht, worauf ich gerade Lust habe. Also beispielsweise treffe ich mich mit Freunden in der Stadt oder helfe meiner Familie daheim.
Ein Highlight der letzten Wochen war Julius 20. Geburtstag. Da er Mittwochs war, mussten wir natürlich ganz normal zur Arbeit gehen. Danach sind wir zu Richy und Julius nach Hause und haben lecker und viel gegessen. Zum Nachtisch gabs dann ein Bierchen und Kekse ;) War ein echt netter Tag und auch ein bisschen etwas besonderes.
Am Wochenende waren 2 Mädels (Anja und Klaudia) in Singida. Gemeinsam waren wir am See und haben das Wochenende genossen. Hatten schöne Gespräche und sehr amüsante Momente ;)
Diese Woche ging dann auch total schnell um. Anja und Klaudia waren am Mittwoch nochmals hier. Anja ist im Übrigen Kolping-Freiwillige in Mwanga, also im Busch ;) und Klaudia war für 3 Monate in Lindi, an der Süd-Ost-Küste.

Mein absolutes Highlight war dann am Freitag, denn da sind Mama und Papa in Singida angekommen!! Etwas später als eigentlich gedacht, denn der Bus ist nach mehr als 2/3 im Schlamm stecken geblieben! Somit dauerte die Fahrt (mein längstes war mal 9,5h) insgesamt ca 13h!! Sehr typisch finde ich, denn so etwas ist bis jetzt noch sehr wenigen passiert. War also klar, dass, wenn Mama und Papa einmal nach Singida fahren, der Bus für 4h im Schlamm stecken bleibt. Nunja, so was kann vorkommen in der Regezeit!
Gestern hatten wir einen interessanten Tag in und um Singida. Mit dem Daladala ging es zum njia Panda, einem echten tansanischen Markt, wo die Kühe und Ziegen morgen hergebracht und dann vor Ort geschlachtet werden. Sehr interessant das einmal gesehen zu haben! Danach haben wir Singida mji (Stadt) noch etwas angeschaut.
Heute waren wir am Leki Singidan, also dem Singidasee und haben den Blick auf die Landschaft von den grossen Steinen aus genossen.

Es ist richtig schön, dass die beiden da sind und wir werden die nächsten 2 Wochen total genießen! =)

Bis dahin alles Liebe ins kalte Deutschland!

Samstag, 5. Februar 2011

Die Zeit rennt und rennt


Halloechen zusammen!!

Und schon wieder sind mehr als 2 Wochen vergangen!! Wirklich unglaublich wie schnell die Zeit vergeht!!

Am zweitletzten Januarwochenende hab ich mich mal wieder auf den Weg nach Arusha gemacht. Fuer die Fabi waren dies die letzten Tage in Tansania, was mir mal wieder verdeutlicht hat, wie schnell die Zeit wirklich um geht!!
Nach 9,5 Stunden (es wird immer mehr!!) war ich dann endlich in Arusha und dann hatte ich auch gar nicht mehr viel Zeit, sondern musste mich gleich richten, denn wir sind Essen gegangen. Gemeinsam mit Susi und Fido sind Fabi und ich dann zu einem Onkel von Fido. Dieser hat ein kleines Restaurant und hat extra fuer uns ein super leckeres Bueffet in seinem Wohnzimmer vorbereitet! Nachdem wir uns dann die Baeuche vollgeschlagen habe, gings ein letztes Mal mit allen zusammen feiern =)
Samstags waren wir dann gemeinsam mit der Familie mittags Essen im Temboclub. Richtig schoen ist es dort, ruhig, gruen, gemuetlich. Ansonsten haben wir den Tag mit ausruhen und reden verbracht, was aber sehr gut tat ;)
Sonntags war dann der Tag des Abschied nehmens gekommen. Fabi fuhr um 14 Uhr mit dem Shuttle nach Nairobi um in der Nacht nach Hause zu fliegen. Das war schon ein bisschen traurig, denn schliesslich haben wir die ersten 5 Monate sozusagen gemeinsam verbracht, auch wenn ich nur die ersten 5 Wochen in Arusha war, aber man konnte ja telefonieren und wir haben uns ja auch oft gesehen! Und man kann nicht sagen, dass einen so eine gemeinsame Zeit nicht verbindet =) danke hierfuer Fabi :)
Am Nachmittag habe ich mich dann noch mit Franzi getroffen, war richtig schoen mit ihr zu quatschen!!
Und dann ging es auch wieder zurueck nach Singida, denn die Arbeit macht sich nicht von alleine ;) Besonderheiten gab es keine weiteren in dieser Woche.
Das Wochenende verbrachten Lara, Julius und ich recht angenehmen im Zentrum von Singida mit sehr viel Spass und guter Laune. Am Montag war der normale alltag wieder da, Schule und Center.
Habe diese Woche im Uebrigen ein sehr schoenes Kompliment bekommen:
„now you’re a real african mama!”
Sowas hoert man doch immer wieder gerne! Der Grund dafuer war eigentlich ganz simple und fuer mich war es keine grosse Sachen. Im Center wird in sehr grossen Toepfen das Pilau fuer die Kinder gekocht. Diese muessen danach natuerlich sauber gespuelt werden und das ist eine schoene Sauerei und kann auch recht anstrengend sien, denn man muss extrem am Boden kratzen. Jedenfalls habe ich mich am Dienstag dieser Aufgabe gewidmet und wie eine „richtige“ tansanische Mama (Frau) die Toepfe geputzt.
Am Dienstag ist dann auch Lara wieder nach Singida gekommen und bis Mittwoch geblieben. Die Chance haben wir am Mittwoch Morgen gleich mal genutzt um einen Schokokuchen zu backen ;) Im Haus von Freunden durften wir unsere Kuenste (naja war nicht allzu schwer, denn wir hatten eine Fertigbackmischung von Lara :D) zeigen und es war super mal wieder leckeren Kuchen zu essen!! In der Schule war ich selbstverstaendlich trotzdem, aber mittwochs habe ich nur in der ersten Stunde Unterricht und danach frei bis ich zum Center muss. Von dem her hat das ganze sehr gut gepasst!!

Soweit die Highlights der letzten Wochen!
Bis bald eure Jana

Mittwoch, 19. Januar 2011

Dies und das aus dem tansanischen Alltag


Hier ein paar Eindruecke, die fuer mich schon voellig normal sind =)
                                          
Vor einer Woche ging die Schule wieder los und somit auch die Arbeit im Center. In der Schule unterrichte ich jetzt in 3 Faechern, Englisch in Klasse 1, dann Mathematik in Klasse 2 und History in Klasse 3. Insgesamt sind es 12 Schulstunden, die ich, jeweils zusammen mit einem anderen Lehrer, in der Klasse bin. Warum nicht alleine? Ganz einfach: Wir sind nur bis um 12 Uhr in der Schule taetig und gehen dann weiter zum Center, auch dieses Jahr. Und da in der Schule auch am Nachmittag noch Unterricht stattfindet, sind wir jetzt immer zu zweit in einer Klasse, damit der andere Lehrer den Unterricht mittags weiter machen kann. Es ist aber auch okay so, denn so hat man groessere Chancen, dass man alle Hefte bis zum Stundenende auch wieder korrigiert hat.
Ab halb 1 sind wir dann wieder im Center. Da ist die gleiche Arbeit wie im letzten Jahr zu erledigen, was soviel heisst wie Becher aus dem Schrank raeumen, Essen ausgeben, Essen fuer uns Mitarbeiter kochen, Becher wieder einraeumen, spuelen und putzen. Meine Englischschueler muss ich nun nicht mehr unterrichten, denn die gehen seit dem neuen Schuljahr alle auf die Secondary School und kommen somit auch nur noch zum Essen. Ein bisschen schade finde ich das schon, denn immerhin hat es mir Spass gemacht.
Soweit also der Start im neuen Jahr.


Jetzt ein paar tansanische Alltaeglichkeiten und Veraenderungen.

In meinem Zimmer hab ich es mir jetzt gemuetlicher gemacht. Zwar habe noch immer nicht mehr Platz, was ich mittlerweile auch ueberhaupt nicht mehr benoetige, aber an Stelle von dem Stuhl steht jetzt ein Regal. Und an der Wand habe ich Fotos platziert, damit es etwas schoener und heimischer wird.

Tiere halten ist hier so eine Sache fuer sich. Insbesondere gilt das fuer die Huehnerzucht und –haltung. Die armen Tiere sind in wahnsinnig engen „Staellen“ untergebracht und moechte man mehrer Huehnchen fuer das Essen kaufen, dann bekommt man ein Buendel von Huehnern, die an den Fuessen zusammen gebunden sind. Geschlachtet wird dann im Allgemeinen mitten im Hof und alle Innereien werden schoen sortiert und selbstverstaendlich auch verwendet.

Man nimmt ja an, dass hier alle sehr pruede sind, was das Zeigen von zu viel Haut angeht. Ansich ist es auch so und je nach dem wo man sich gerade befindet muss man sich auch entsprechend kleiden. Vor allem auf dem Land ist es ein absolutes No-Go die Schultern, zu viel Ausschnitt und alles ab dem Knie und aufwaerts zu zeigen. Jedoch ist es etwas anderes, wenn eine Frau gerade ein Kind zum Stillen hat. Da wird, ganz egal wo man sich gerade befindet, wenn es sein muss auch in der Kirche, einfach mal die Brust ausgepackt und man stillt vor egal wie vielen Menschen.

Das Festnetztelefon wurde hier uebersprungen und es gibt nur ganz wenige. Dafuer hat eigentlich jeder ein Handy. Und es ist ganz normal, dass wenn es klingelt, man auch hingeht. Aber auf die Idee, waehrend einer Besprechung, der Kirche, einer Unterhaltung oder dem Unterricht das Handy auf lautlos zu schalten, kommen die wenigsten. Es kann sein, dass man auf einer Besprechung alle 2 Minuten ein Handy klingeln hoert. Die Leute gehen dann selbstverstaendlich auch ran und manche gehen dafuer nichteinmal aus dem Raum.

Momentan regnet es sehr viel. Offiziell ist gerade keine Regenzeit, doch das Wetter spielt dieses Jahr ein bisschen verrueckt. Im Dezember hat es kaum geregnet, da waere die kleine Regenzeit gewesen, dafuer regnet es seit Januar jeden Tag. Es kuehlt dann auch maechtig ab, doch danach ist es meistens sofort wieder heiss, bzw. schwuel. Was ein bisschen unpraktisch ist, bis jetzt gab es aber noch keine Probleme damit, mein Zimmer hat zwar ein Fenster, aber dieses Fenster ist ohne Glas. Gluecklicherweise hat es noch nicht reingeregnet, doch manchmal spuere ich einen leichten Niesel von draussen, wenn es gerade regnet.

Die Regenzeit ist sehr gut fuer die Bevoelkerung hier, denn dann gibt es genuegend Wasser. Und fuer die, die so gut wie nichts besitzen, heisst es dann Wasser aus den Regenpfuetzen holen. Das Wasser ist alles andere als sauber und meist ist es einfach nur eine Schlammbruehe, denn durch den ganzen Sand und Dreck bleibt das Wasser natuerlich nicht lange sauber.

Auf den Strassen fuehrt der Regen manchmal zu Verkehrsproblemen. Da die wenigsten Strassen geteert sind, kann es schon mal vorkommen, dass Busse oder LKWs im Schlamm stecken bleiben. Fuer eine Fahrt nach Arusha kann man, wenn man Pech hat, bis zu 3 Tagen brauchen. Zum Glueck ist mir das bisher verschont geblieben, aber man soll ja nichts verschreien!

Ueber den vielen Muell, der hier ueberall so rumliegt habe ich ja schon berichtet. Eine weiter Umweltverschmutzung ist der Motor. Ein Auto wird oft stundenlang nicht ausgeschalten, sondern der Motor laeuft und laeuft und laueft. Da ist es egal, ob man einen kurzen Besuch bei Bekannten (wobei von Anfang an klar ist, dass man vor einer halben Stunde nicht mehr wegkommt) macht, ob man noch vor dem Tor wartet bis man endlich losfaehrt, oder gerade kurz eine Reparatur gemacht wird, der Motor bleibt an. Auch ein Daladala laesst den Motor laufen, obwohl man oftmals eine halbe Stunde wartet bis genug Menschen in dem Toyotakleinbus sitzen, damit es losgeht.

Stromausfaelle sind hier ebenfalls alltaeglich. Im Schnitt ist jeden 2. oder 3. Tag der Strom fuer mehrere Stunden weg. Das liegt daran, dass Tansania seit einigen Monaten den Strom unter der Bevoelkerung aufteilt, denn es muss gespart werden. In Deutschland kann man es sich nicht vorstellen fuer mehrere Stunden ohne Strom zu sein und sollte es doch mal passieren, dann aergert man sich total. Hier ist es fuer mich schon total normal bei Kerzenlicht zu kochen, duschen, lesen und arbeiten.

Ebenfalls voellig normal ist es, dass man auf einer mehrstuendigen Auto- oder Busfahrt mehrmals von der Polizei angehalten wird. Meist wird dann nur kurz einmal reingeschaut und nett „Hallo“ gesagt, aber nervig ist das ganze trotzdem.

In der Stadt faellt es einem gar nicht so arg auf, doch vor allem auf dem Land merkt man das grosse Alkoholproblem in Tansania. Viele trinken Bier oder die einheimischen, selbstgebrauten Getraenke wie Wasser. Unter anderem auch Menschen, von denen man es eigentlich spontan nicht erwarten wuerde, wie Aerzte. In den Doerfern ist es so, dass wenn das einheimische Getraenk gebraut wird, man der/m Dorfaeltesten eine bestimmte Literanzahl davon abgeben muss. Daher hat diese/r eine oftmals eine grosse Anzahl an Getraenken daheim und so bekommen auch die Enkelkinder schon mit etwa 10 – 12 Jahren Alkohol angeboten.

Polepole (langsam) – oh ja, darin ist man hier ein Meister. Sei es bei Verabredungen, Besprechungen, im Laufen oder Sachen reparieren, alles wird schoen gemuetlich gemacht. Wie ein afrikanisches Sprichwort sagt:
Die Europaeer haben die Uhr, wir haben die Zeit.
Und es ist auch wirklich so. Faengt eine Besprechung um 8 Uhr an, braucht man vor halb 10 gar nicht erscheinen, denn da ist eh noch niemand da. Laesst man sich ein Kleid schneidern und bekommt gesagt es ist bis da und da fertig, ist es sinnlos an dem Tag vorbeizuschauen, denn es kann auch vorkommen, dass man eine Woche spaeter danach schaut und gesagt bekommt „oh, tut mir Leid, aber ich braeuchte deine Maasse nochmals, habe sie verloren“. Wird etwas repariert, dann muss man in jedem Fall mehrer Stunden dazu rechnen, wenn nicht sogar ein paar Tage, bis es endlich fertig ist.

Bilder stelle ich so bald wie moeglich wieder hoch, aber es kann noch ein Weilchen dauern, sorry dafuer!

Ich hoffe ihr habt nun ein paar neue Eindruecke und koennt euch mein Leben hier ein Stueck weit besser vorstellen, wobei man das meiste einfach einmal erlebt haben muss um eine wirkliche Vorstellung davon zu haben.

Eure Jana

Samstag, 8. Januar 2011

Krismasi na heri ya mwaka mpya – Weihnachten und ein froehliches neues Jahr =)


Der Jahresabschluss mal ganz anders als sonst ;)

Kurz gesagt, Weihnachten gab es fuer mich letztes Jahr nicht wirklich und das neue Jahr wurde barfuss am Strand begruesst!

Zusammen mit der Haelfte von meiner Familie bin ich am 23. Dezember nach Rombo gefahren. Warum nur die Haeflte? Alle meine Gastgeschwister bis auf die Keinste sind schon dienstags mit dem Bus gefahren, da im Auto keine 10 Mann + Gepaeck Platz hatten. Dabei sind wir ja eigentlich in Afrika, wo man auch in einen Toyotakleinbus mehr als 30 Leute reinquetscht. Naja, mir wars recht, denn so wars nicht ganz so eng.
Rombo liegt am Hang des Kilimanjaros 5 km von der kenianischen Grenze entfernt. Die Landschaft und auch das Staedtchen sind sehr schoen, alles ist gruen und mit vielen Bananenstauden besehen. Waere der Himmel klar gewesen haette man einen fantastischen Ausblick auf den Kilimanjaro gehabt, denn der war ja praktisch ueber einem.
Von weihnachtlicher Stimmung habe ich allerdings nicht viel gemerkt. Dazu fehlten aber auch einige Dinge wie Kaelte und Schnee, Plaetzchen, Weihnachtsmarkt,... Daher war fuer mich der 24. ein ganz normaler Tag wie sonst auch, wobei das hier so oder so nichts besonderes ist, denn Weihnachten ist ja erst am 25. Dezember.
An dem besagten Tag ging es morgens in die Kirche. Der Gottesdienst war mal richtig angenehm, ohne Knien und nicht zu lange. Das einzige was mich da jedoch an Weihnachten erinnerte, war das Lied „Oh du Froehliche“ auf Kisuaheli. Danach war Weihnachten fuer mich vorbei, denn nach der Kirche lag ich nur noch krank im Bett. Die Mama war deswegen total traurig, denn so konnte ich nicht mit ihnen feiern.
Sonntags ging es mir dann schon wieder besser.

Als naechstes hiess es auf nach Sansibar – doch daraus wurde so schnell nichts. Zusammen mit Susi, Fabi, Fido, Eva und Julius sollte es montags eigentlich Richtung Daressalam losgehen. Doch nach etwa einer halben Stunde Autofahrt machte der Wagen schlapp. Also ging es zurueck nach Moshi um das Auto zu reparieren. Da wir hier bekanntlich in Tansania sind, heisst es auch beim Auto reparieren „polepole“ (dt. langsam). Wir haben den Dienstag dann gleich am Schopf gepackt und fuer einen Ausflug zu einem der Wasserfaellen bei Moshi genutzt. Daher war die Autopanne gar nicht mal so schlimm, denn waere sie nicht gewesen, haetten wir den schoene Wasserfall nicht gesehen. Nach 1 Stunde Daladala fahren und 2 Stunden wandern standen wir vor einem 72 m hohen Wasserfall, ebenfalls in den Haengen vom Kilimanjaro. Das Wasser war eissig kalt, aber uns Maedels hats trotzdem nicht davon abgehalten reinzuspringen!
Am Mittwoch Mittag sind war dann endlich losgefahren. Diesmal ohne weitere Zwischenfaelle. Wir hatten eine schreckliche heisse Nacht in Daressalam, denn man schwitzt dort schon im Stehen ohne jegliche Bewegungen. Am naechsten Morgen sind wir mit der Faehre weiter nach Sansibar.
Zur Belohnung haben wir uns den ganzen Tag am Strand ausgeruht ;) Und dabei war alleine der Anblick auf das Meer atemberaubend! Es sah aus wie im Paradies – tuerkis-blaues Meer, weisser Sand, Palmen und Sonne! Wirklich toll! Das Meer ist zwar warm gewesen, aber fuer uns war es dennoch eine Abkuehlung, denn die Luft war noch tausend mal heisser. Gegessen haben wir immer in einem Restaurant am Strand, sowohl mittags als auch abends. Es ist einfach herrlich, wenn man bei einem super leckerem Essen mit den Zehen im Sand puhlen und auf das Meer blicken kann.
Am 31. Januar sind Eva (eine Freundin von Fabi, die zu Besuch war), Fabi, Julius und ich nach Stonetown und haben ein wenig Sightseeing gemacht. Hat sich wirklich gelohnt, denn Stonetown ist so schoen, wie es immer heisst. Ein bisschen hat es mich an Venedig erinnert, denn es gibt auch so schmale und verschlungene Gassen.
Abends haben wir gegrillte Meeresfruechte am Strang gegessen und somit den Silversterabend perfekt eingeleitet. Danach ging es mit einem kleinen Holzboot in den naechsten Ort. Dort fand eine grosse Silvesterparty statt. Und man muss es wirklich mal erlebt haben - Silvester barfuss und im Sommerkleidchen, ganz ohne zu frieren und dick eingepackt zu sein! Dementsprechend viel Spass hatten wir auch =)
Nachts gings dann mit dem Boot zurueck und nachdem wir noch ein Weilchen am Strand geredet haben, sind wir dann auch mal schlafen gegangen.
Neujahr wurde dann nicht viel gemacht – kaum zu glauen, oder?! :D Wir haben uns am Strand ausgeruht und sehr oft eine Abkuehlung im Meer genossen, denn auch Sansibar ist extrem heiss.
Danach hiess es leider schon wieder nach Hause fahren, d.h. wir haben den Sonntag noch in Daressalam verbracht und sind montags zurueck nach Arusha. Dort war ich dann noch bis Mittwoch und dann ging es fuer mich zurueck in meine Heimat Singida.

Seither ist dann nicht mehr viel passiert. Ich finde es schoen wieder bei meiner Familie zu sein. Am Montag geht es wieder mit Arbeiten los und der normale Alltag beginnt erneut. Dennoch freue ich mich darauf ;)

Bis bald
Eure Jana

Dienstag, 21. Dezember 2010

frohe Weihnachten und nen guten Rutsch

Ich wuensche euch allen ein schoenes und besinnliches Weihnachten 
und 
eine guten Rutsch ins Jahr 2011!!

Am Sonntag waren nach 3 Stunden Arbeit meine Haare wieder offen! Danach hab ich mich ganz komisch gefuehlt, denn die Kunsthaare waren doch etwas schwerer ;)
Gestern Mittag hat es wieder angefangen zu regnen und auch bis heute Morgen nicht mehr aufgehoert. Ansonsten gibt es hier nicht viel Neues.
Melde mich dann im neuen Jahr wieder.

Bis dann, machts gut und rutscht gut rein
Jana

PS: Die Bilder von meinen Haaren danach sind bei Bildern Singida ;)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Arusha und ein bisschen Weihnachtsstimmung ;)


Mambo!

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll ;)
Die Tage in Arusha waren wieder richtig super! Ist einfach nochmal ein ganz anderes Leben in einer grossen Stadt, als in einer so kleinen und ruhigen wie Singida.
Sonntags war dann gleich mal eine Konfirmation auf der wir eingeladen waren. 2 Maedels haben zusammen gefeiert und es waren geschaetzte 200 Leute da! Die Torte war richtig pompoes, aber es hat nicht jeder was davon abbekommen, sondern einzelne Teile wurden an die Eltern, an die Maedels selber und an „besondere“ Gaeste verteilt. Fabi und Susi mussten den Sekt oeffnen und den Maedels und ihren Eltern einschenken und deshalb haben sie auch einen Kuchen bekommen. So haben wir alle was davon gehabt ;)
Dieses Mal war Claudia, eine von den 2 Maedels, die in Iguguno sind, mit uns in Arusha dabei. War echt cool, denn so konnten wir zusammen in der Stadt shoppen gehen und ich musste nicht Julius mitschleppen ;) Das haben wir auch echt ausgenutzt und waren gleich mal den ganzen Montag in der Stadt unterwegs. Fabi und Susi mussten waehrend der Woche natuerlich weiterhin in ihr Praktikum gehen und so haben wir sie immer mittags nach der Arbeit getroffen.
Am Dienstag waren Claudia und ich bei Fabi mit im Praktikum. Sie arbeitet beim Ohai-Center. Das ist eine Organisation der katholischen Kirche und sie helfen Menschen, die die HIV-Virus haben. Unter anderem gibt es einzelne Clubs, in denen die Menschen sich einmal woechentlich treffen, dann werden Beratungsgespraeche angeboten und ab und zu treffen sich zwei Clubs. Bei so einem Treffen waren wir dabei. Die Leute haben sich gegenseitig ihre Erfahrungen erzaehlt und danach hat man noch gemeinsam gegessen.
Mittwochs waren wir dann bei der Susi mit am CWCD, also da wo ich das Workcamp gemacht habe. Susi lernt dort mit einer Gruppe von Jugendlichen zwischen 17 und 22 Jahren Englisch und bespricht verschiedene Themen. Diese Woche haben sie allerdings ein Theaterstueck geprobt, denn am Samstag war Graduation und sie sollten ein Theater vorspielen. War echt lustig dabei zuzuschauen, auch wenn man nicht alles verstanden hat, denn es war auf Kisuaheli. Haben dann noch Uebungen zum besseren Theater spielen gemacht. Abends waren wir dann gemeinsam Essen, und zwar bei einem Chinesen! Arusha machts moeglich! War super lecker! Danach sind wir noch in eine Disco gegangen.
Donnerstag war Feiertag. Es hat also auch etwas Gutes, dass es hier in Tansania 2 grosse Religionen gibt, den Islam und das Christentum, so gibt es mehr Feiertage, denn es kommen die von beiden Religionen zusammen. Wir Maedels haben den Tag genutzt um nach einem passenden Silvesteroutfit zu suchen. War aber gar nicht so einfach. Letzendlich haben wir aber alle etwas gefunden und waren gluecklich =)
Freitags sind Claudia und ich Franzi (die, die mich auch schon in Singida besuchte) besuchen gewesen. War super schoen sie wieder zu sehen! Wir sind also mit dem Daladala in einen Teilort von Arusha gefahren und haben uns das Orphanage  und die Schule angeschaut, in denen Frnazi arbeitet. Die Kinder dort sind total suess, nur leider sehr verwoehnt. Das Orphanage wird von sehr sehr vielen Volunteeren unterstuetzt und hat dementprechend eine sehr gute Ausstattung. Leider wissen die Kinder das nicht zu schaetzen, aber ein gutes Projekt ist es trotzdem. Nach dem Mittagessen wollten wir eigentlich wieder gehen, denn wir wollten noch ein paar Sachen in der Stadt erledigen. Doch das Wetter kam uns dazwischen. Wenn es hier regnet, dann meistens so stark, dass wenn man sich nicht unterstellt man innerhalb von 2 Minuten komplett nass ist. Tja und dieses Mal wollte der Regen auch nicht mehr aufhoeren! Als es dann weniger war, mussten wir ueber eine Bruecke aus Steinen den Hof verlassen, denn dieser war geflutet. Die strasse bis zur Daladala Station sah auch nicht viel besser aus und man musste sich den Weg schon suchen und teils auch mit Spruengen helfen. Ich habs natuerlich wieder super geschafft in eine Pfuetze reinzutreten, aber dreckig war eh schon alles ;) Abends sind wir dann zu Fido und haben da gegrillt. Wir Maedels haben Kartoffelsalat, Avocadocreme und Gluehwein gemacht und die Jungs haben gegrillt. Sehr lustiger Abend gewesen! Vor allem der Gluehwein war richtig spitze, ein bisschen kam nun also Weihnachtstimmung auf! Danach gings dann wieder in eine Disco und nachts irgendwann heim ;)
Am Samstag haben wir dann bei der Graduation im Center vorbeigeschaut und die restliche Zeit im Pepe verbracht. War ein schoen gemuetlicher Tag, denn wir waren alle sehr muede von der Nacht zuvor!
Sonntag wurde dann wieder ein wunderbarer Tag. Nach laengerem Warten auf das Auto (aber daran ist man mittlerweile ja gewoehnt) sind wir mitten in die Steppe gefahren. Dort kam dann nach einem Weilchen eine gruene Oase mit Palmen und Baeumen und einer heissen Quelle! Da kann man baden gehen und die Zeit wunderbar geniessen! Maji moto ist ein richtig schoenes Fleckchen und der Tag war einfach nur herrlich! Wir haben es richtig genossen mal wieder schwimmen zu gehen und der Anblick von Palmen und kristallklarem Wasser ist einfach herrlich. Am Ende war der Tag viel zu schnell vorbei!
Montag waren wir dann nochmals in der Stadt und haben die resltichen Sachen noch besorgt, die wir noch so brauchten. Und am Dienstag ging es dann wieder zurueck nach Singida.
Hab mich wirklich total gefreut meine Familie wieder zu sehen! Die Mama hat extra ein Huehnchen fuer mich geschlachtet, weil ich wieder gekommen bin! Total suess!!
Mittwoch morgens ist hier im Center immer putzen angesagt. Jede Woche waehrend der Ferien ist eine andere Schule eingeteilt und dann wird der Boden geputzt, die Stuehle abgewischt und die Regale sauber gemacht. Es ist fuer uns keine Pflicht, dass wir kommen, aber wenn wir da sind und Zeit haben, dann helfen wir natuerlich auch. Der restliche Tag war nicht mehr aufregend, denn es war bis abends um 22 Uhr Stromausfall.

So, Weihnachten rueckt immer naeher! Ein bisschen Weihnachtstimmung kam letzte Woche bei mir auf, denn wir haben jeden Abend Fabis Weihnachstssongs gehoert und dann natuerlich auch beim Gluehweintrinken am Freitag Abend. Ansonsten merkt man aber nicht sehr viel von Weihnachten hier, aber wie auch, es fehlt die Kaelte, der Schnee, Weihnachtsplaetzchen, Weihnachtsmaerkte,... So wird es dieses Jahr wirklich mal ein komplett anderes Weihnachten geben!

Euch daheim wuensch ich nun eine schoene Weihnachtszeit!
Liebe Gruesse aus Singida
Eure Jana

Ach ja, hier schwitzt man immer noch extrem!! :D

Donnerstag, 2. Dezember 2010

New Hair, Regen oder auch nicht, rafiki yangu

Sodele, jetzt ist es auch mal wieder an der Zeit, dass ich mich melde.

In der Schule war die letzten Wochen nicht mehr viel los. Die Kinder haben fuer den Tag geprobt, an dem die Eltern in die Schule kamen und ansonsten wurden sie nebenher ein bisschen unterrichtet. Im Center laueft die Arbeit gut wie immer.

Samstag vor einer Woche bin ich zum Frisoer gegangen, d.h. wenn man es als einen solchen bezeichnen kann. Ich war bei einem Massaimann, der mir auf der Strasse die Haare gemacht hat. Jetzt sind meine Haare lang, etwas dunkler und getwistet. Die ganze Prozedur hat 12 Stunden gedauert und da es draussen stattfand, bot sich den Leuten eine interessante Darstellung. Denn man faellt ja so oder so auf als Mzungu, aber wenn man sich dann auch noch die Haare nach Massaiart machen laesst, dann ist man eine wirkliche Attraktion! Aber das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach wirklich sehen lassen und die Zeit hat sich inverstiert, das ist ja die Hauptsache!

An diesem Wochenende hat es auch zum ersten Mal geregnet. Samstags wurde es dann etwas kuehler, was wirklich sehr gut tat. Aber leider war es mit dem Regen anschliessend auch schon wieder vorbei. Am Mittwoch Nacht war es dann soweit, der Regen kam wieder :) Nun ist es bewoelkt und etwas kuehler, aber sobald es nicht regnet kann es schnell auch schrecklich schwuel sein. Was da jetzt besser ist, schecklich heiß oder schrecklich schwuel, das muss ich mir noch ueberlegen. Vielleicht kann ich es nach der Regenzeit sagen. Jedenfalls ist es mittlerweile recht schlammig ueberall. Bin mal gespannt, ob der Regen jetzt bleibt, oder ob es wieder nur fuer ein paar Tage war und ueberhaupt, wie die Regenzeit hier so ablaeuft. Aber das werde ich ja bald rausfinden!

Am Freitag war also dann der Tag, an dem die Eltern in die Schule kamen. War eine ganz nette Feier mit gutem Essen =) Jetzt sind dann Ferien in der Schule und sie beginnt erst wieder am 10. Januar 2011.

Jetzt am Wochenende hat uns die Fabi aus Arusha besucht. Das war ein sehr schoenes Erlebnis. Samstags habe ich ihr die Stadt gezeigt und wir (typisch Maedels halt ;)) waren shoppen, soweit man das in Singida eben kann. Anschliessend sind wir zum See gegangen und dort auf Steine geklettert – einfach traumhaft!
Ich kann mir wirklich nicht erklaeren, warum in den Reisefuehrern drin steht, Singida seie keine Reise wert, denn meiner Ansicht nach lohnt es sich auf jeden Fall. Ich wuerde Singida als die kleine, ruhige, schoene Stadt bezeichnen, die durch die Steine und den See einen besonderen Charakter erhaelt. Wenn man mal abschalten will, dann bieten die Felsen am See den perfekten Ort dafuer. Man klettert ein wenig und dann ist man einfach nur noch ueberwaeltigt von der Landschaft. Am Seeufer waschen die Frauen und Maedchen ihre Kleidung, die Maenner und Jungs fischen waehrenddessen im See, es ist ruhig und gemuetlich und man kann sich einfach entspannen.
Am Abend hatte Adrienne dann eine Abschiedsparty fuer eine Englaenderin gemacht. War ein sehr lustiger Abend, an dem gesungen, getanzt und gespielt wurde.

Am Montag wurde Richy 32 Jahre alt und das hat er abends ein wenig bei sich daheim gefeiert. War ebenfalls ein schoener Abend. Tanja war ebenfalls da, sie hat ein Jahr von Kolping aus in Mwanga verbracht und anschliessend noch 3 Monate in Moshi drangehaengt. Jetzt besucht sich nochmals alle und ab Donnerstag geht sie auf Reisen, denn Mitte Dezember geht es fuer sie schon wieder nach Deutschland. Wir haben die Nacht dann mehr oder weniger durchgequasselt (haben zusammen bei Richy geschlafen), was wirklich toll war. Sehr schade, dass sie schon nach Hause geht, aber 16 Monate sind dann doch auch eine lange Zeit, die sie hier war.

Am Mittwoch ist dann Mara (eine andere Kolpingfreiwillige) aus Mwanga (ein kleines afrikanisches Dorf mitten im Nirgendwo und ohne Strom) gekommen. Sie reist ab Donnerstag zusammen mit Tanja rum und war deshalb die letzte Nacht noch in Singida. War auch richtig schoen mit ihr Erfahrungen auszutauschen!

Im Center ist diese Woche nochmal was zu tun, aber danach sind dann auch dort Ferien, d.h. ich habe ab Freitag geschlagene 5 Wochen lang nichts zu tun.
Meine Familie ist jetzt mittlerweile auch komplett, denn die Jungs (18, 18 und 13 Jahre alt) sind aus der Secondary School ueber die Ferien nach Hause gekommen. Full House nenn ich das, denn insgesamt wohnen jetzt 16 Leute bei uns daheim.

Nun machts mal wieder gut daheim. Geniesst den Schnee, der fehlt mir naemlich doch ein bisschen, vor allem um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Eine besinnliche Weihnachtszeit euch allen (hier weihnachtet es ueberhaupt nicht) und bis bald.

Eure Jana