Freitag, 1. April 2011

bilder

so, die Bilder von Weihnachten und Silvester sind jetzt alle voll oben. Leider wars das dann auch mit den Bildern, denn man kann nicht mehr hochladen!! :(
werde bei Faceboook weiterhin Bilder veröffentlichen, dann könnt ihr ja da vielleicht schauen!!
Alles Liebe
Jana

Dienstag, 29. März 2011

Ein Bericht aus der Ferne

So, nun lasse ich endlich auch mal wieder was von mir hören.

An dem Wochenende, als ich wieder daheim war, waren Mara, Lara und Claudia in Singida und gemeinsam haben wir Claudias und meinen Geburtstag gefeiert. Dazu sind wir Samstag abends in den einzigen Club in Singida gegangen und haben so den Abend genossen ;) War ein richtig gutes Wochenende und Lara blieb dann auch noch bis Dienstag. Sie hat dann bei mir geschlafen und ist montags mit zur Schule und ins Center gekommen.

Am folgenden Wochenende bin ich dann nach Iguguno, gleich freitags nach der Arbeit. Samstags ist dann auch Mara aus Mwanga nach Iguguno gekommen und gemeinsam haben wir Laras Gebrutstag gefeiert. Die meiste Zeit haben wir mit schwatzen verbracht, so wie Mädels halt sind ;) war ein echt cooles Wochenende und als Mara und ich sonntags wieder nach Singida sind, da haben wir zum Abschied von Laras und Claudias Mama ein Kitenge, also ein Tuch, bekommen. Total lieb =) dabei durften wir da ja wohnen und essen.

In der Schule war dann nicht sehr viel. Am Mittwoch ging es während „physical exercise“ zum leki Singidani. Da haben wir dann den ganzen Vormittag gespielt. Die Klasse 3 Fussball und die 1. und die 2. verschiedene Spiele, z.B. zwei stehen außen und müssen die innere Gruppe abwerfen. Wer getroffen wurde musste raus und beim letzten Mann hatten die Äußeren 10 Versuche zu treffen. Natürlich haben auch wir Lehrer mitgemacht!! Es war ein großer Spaß, nicht nur für die Kinder. Am Freitag habe ich in der „Schulküche“ geholfen Mandaazis zu machen, die die Kinder dann später bekommen haben.

Im Center läuft alles wie gehabt. Sister Hilda bringt zwei Mädels jetzt Nähen bei, damit sie etwas machen können. Von ihren Familien wurden sie nämlich eigentlich als Hausmädels weggeschickt, die Schule können sie nicht weiter machen, aber als Hausmädels wurden sie richtig schlecht behandelt und aus sexuell angegriffen. Daher haben die beiden jetzt keine wirkliche Möglichkeit etwas zu tun.

Oftmals gehe ich mittlerweile nach der Arbeit direkt nach Hause und helfe da ein bisschen mit. In der letzten Woche habe ich also jede Menge Verpackungen gefaltet, in die dann das Mehl für Ugali und Uji (Porage) gefüllt wird, um es später im Laden zu verkaufen.

Und jetzt am Wochenende war Anja aus Mwanga zu Besuch. Sie konnte die letzten beiden Wochenenden nicht mitkommen, da sie mit Malaria und Thypus daheim im Bett lag. Dieses Wochenende war sie also da und wir (Julius, Anja und ich) haben gemeinsam unsere April-Rundreise besprochen. Damit geht es am Samstag nämlich schon los =) Wir freuen uns schon wahnsinnig darauf, denn so werden wir richtig viel vom Land sehen. Aber mehr dazu gibt es dann, wenn ich wieder daheim bin ;)

machts gut und bis bald
eure Jana

Donnerstag, 10. März 2011

So schnell vergeht die Zeit....

Nun sind Mama und Papa schon wieder zurück in Deutschland und ich bin wieder in Singida und gehe meiner Arbeit nach.
Hier geht alles seinen normalen Gang und es ist wirklich wieder schön bei meiner Familie hier zu sein.

Doch die letzten Wochen waren auch super toll und ich habe es sehr genossen =)
Aber von vorne...Montags waren Mama und Papa mit in der Schule und im Center. Mittags ist dann noch Gaby angekommen und sie kam dann auch gleich mit ins Center. Ihnen hat es super gefallen und ich würde sagen es war auch schön für sie zu sehen wie und wo ich arbeite.

Dienstags ging es dann nach Arusha, bzw. für Julius und mich ging es weiter nach Moshi. Die nächsten Tage verbrachten wir also getrennt. Mama, Papa und Gaby haben eine Safari gemacht, eine Kaffeeplantage besichtigt und Moshi angeschaut.

Julius und ich hatten das Zwischenseminar von unserem Jahr. Das Seminar war sehr hilfreich und informativ. Die 4 Mädels aus Kenia und wir 6 aus Tansania, 5 Mentoren und Judith aus Deutschland verbrachten die nächsten Tage zusammen. War super auch zu hören wie es den Mädels in Kenia so ergeht und was für Erfahrungen jede so macht. Sehr hilfreich war es auch, dass wir Zeit hatten über unser vergangenes halbes Jahr nachzudenken und es zu analysieren. Wir nutzten die Zeit hauptsächlich um über Erlebnisse zu sprechen... ;) Sehr lustig ist auch, dass es doch sehr ähnliche Erlebnisse zwischen den Kenianern und Tansanis gibt!! Hatten eine super Woche und wir waren eine toll harmonierende Gruppe.

Sonntags habe ich mich dann wieder mit Mama und Papa getroffen und montags ging es weiter nach Pemba. Dort verbrachten wir die nächsten Tage und haben es sichtlich genossen. Pemba ist eine sehr schöne Insel. Sehr muslimisch und viel weniger touristisch verglichen mit Sansibar. Man sieht da typische tansanische Leben und es ist sogar noch so wenig entwickelt, dass es schwer ist irgendwelche Sachen zu unternehmen ohne Tourist Information. Das liegt vor allem auch daran, dass man viele Orte nur durch stundenlanges Laufen oder halt Fahrrad fahren erreicht, denn die öffentlichen Verkehrsmittel (d.h. Daladala) fahren zwar, aber hauptsächlich zwischen den Hauptorten und weniger an sehenswerte Orte. Das liegt eben daran, dass es noch sehr wenig touristisch ist.
Wir haben eine Spicetour gemacht. War sehr interessant zu sehen woher da Gewürz so kommt und für was man alles verwenden kann. Am 2. Tag sind wir mit einem Dau (ein kleines Holzboot) zu einer unbewohnten Insel vor Pemba gefahren. Mislali Island ist ein Schnorchel – und Taucherparadies und einfach ein Traum. Das Wasser war türkis-blau und kristallklar. Wir sind schnorcheln gewesen und haben richtig viele bunte und teils auch richtig große Fische gesehen! Einer war ungefähr 75 cm groß. Die Farbenpracht im Ozean ist wirklich umwerfend! Die Insel ist voller Mangroven und es war auch echt schön durch den Wald zu laufen.
Am letzten Tag haben wir noch die Pemba Flying Fox besichtigt. Diese Art von Flughunden gibt es weltweit nur in Pemba und dort auch nur an einer Stelle. Sie sehen wirklich interessant aus.
Dann ging es auch schon zurück aufs Festland nach Pangani. Im Beach Crap Resort haben wir Franzi getroffen und unsere letzten gemeinamen Tage am Strand genossen. Das Meer war dieses Mal noch wärmer als im September. Eine richtig große Badewanne!! War sehr schön dort und wir verbrachten die Zeit am Strand und genossen die Ruhe. Dort haben wir dann auch meinen Geburtstag gefeiert. Einen solchen Geburtstag werde ich sicher auch nicht mehr so oft haben – weißer Strand, klares warmes Meer, mitten in Tansania, Palmen, Sonne,... echt toll gewesen!!
Am Abend nach dem Essen brachte Sonja (die Besitzerin des Beach Crap Resorts) einen Kuchen mit Wunderkerze und so gab es sogar einen Geburtstagskuchen =)

Vielen lieben Dank auch für die ganzen Glückwünsche!! Habe mich rießig gefreut :)

Am Sonntag ging es zurück nach Arusha. Die Stadt haben wir Montag morgens noch ein bisschen angeschaut und dann hieß es für Mama und Papa auch schon wieder zurück nach Deutschland. Danke, dass ihr hier wart und mein tansanisches Leben gesehen habt!! Ich habe die Zeit mit euch sehr genossen und es hat mich rießig gefreut, dass ich euch mein momentanes Leben zeigen konnte!! =)

Gestern bin ich dann von Arusha zurück nach Singida und jetzt ist der normale Alltag wieder da. In Arusha habe die Zeit noch mit Franzi und ein paar Freunden verbracht.
Franzi, daaaaaaaaaanke für die ganzen Gespräche =)

Alles Liebe aus TZ
eure Jana

Sonntag, 20. Februar 2011

Das normale Leben und alles unnormale ;)


Und wieder sind 2 Wochen vergangen…

Wirklich viel aufregendes ist in den letzten 2 Wochen nicht passiert. Der normale Alltag nimmt alles ein ;)
Morgens geht es immer in die Schule. Es wird unterrichtet, dann in der Pause Uji (Porage) getrunken, dann wieder unterrichtet. Danach geht es zum Center kochen, Essen ausgeben und putzen. Anschließend wird immer das gemacht, worauf ich gerade Lust habe. Also beispielsweise treffe ich mich mit Freunden in der Stadt oder helfe meiner Familie daheim.
Ein Highlight der letzten Wochen war Julius 20. Geburtstag. Da er Mittwochs war, mussten wir natürlich ganz normal zur Arbeit gehen. Danach sind wir zu Richy und Julius nach Hause und haben lecker und viel gegessen. Zum Nachtisch gabs dann ein Bierchen und Kekse ;) War ein echt netter Tag und auch ein bisschen etwas besonderes.
Am Wochenende waren 2 Mädels (Anja und Klaudia) in Singida. Gemeinsam waren wir am See und haben das Wochenende genossen. Hatten schöne Gespräche und sehr amüsante Momente ;)
Diese Woche ging dann auch total schnell um. Anja und Klaudia waren am Mittwoch nochmals hier. Anja ist im Übrigen Kolping-Freiwillige in Mwanga, also im Busch ;) und Klaudia war für 3 Monate in Lindi, an der Süd-Ost-Küste.

Mein absolutes Highlight war dann am Freitag, denn da sind Mama und Papa in Singida angekommen!! Etwas später als eigentlich gedacht, denn der Bus ist nach mehr als 2/3 im Schlamm stecken geblieben! Somit dauerte die Fahrt (mein längstes war mal 9,5h) insgesamt ca 13h!! Sehr typisch finde ich, denn so etwas ist bis jetzt noch sehr wenigen passiert. War also klar, dass, wenn Mama und Papa einmal nach Singida fahren, der Bus für 4h im Schlamm stecken bleibt. Nunja, so was kann vorkommen in der Regezeit!
Gestern hatten wir einen interessanten Tag in und um Singida. Mit dem Daladala ging es zum njia Panda, einem echten tansanischen Markt, wo die Kühe und Ziegen morgen hergebracht und dann vor Ort geschlachtet werden. Sehr interessant das einmal gesehen zu haben! Danach haben wir Singida mji (Stadt) noch etwas angeschaut.
Heute waren wir am Leki Singidan, also dem Singidasee und haben den Blick auf die Landschaft von den grossen Steinen aus genossen.

Es ist richtig schön, dass die beiden da sind und wir werden die nächsten 2 Wochen total genießen! =)

Bis dahin alles Liebe ins kalte Deutschland!

Samstag, 5. Februar 2011

Die Zeit rennt und rennt


Halloechen zusammen!!

Und schon wieder sind mehr als 2 Wochen vergangen!! Wirklich unglaublich wie schnell die Zeit vergeht!!

Am zweitletzten Januarwochenende hab ich mich mal wieder auf den Weg nach Arusha gemacht. Fuer die Fabi waren dies die letzten Tage in Tansania, was mir mal wieder verdeutlicht hat, wie schnell die Zeit wirklich um geht!!
Nach 9,5 Stunden (es wird immer mehr!!) war ich dann endlich in Arusha und dann hatte ich auch gar nicht mehr viel Zeit, sondern musste mich gleich richten, denn wir sind Essen gegangen. Gemeinsam mit Susi und Fido sind Fabi und ich dann zu einem Onkel von Fido. Dieser hat ein kleines Restaurant und hat extra fuer uns ein super leckeres Bueffet in seinem Wohnzimmer vorbereitet! Nachdem wir uns dann die Baeuche vollgeschlagen habe, gings ein letztes Mal mit allen zusammen feiern =)
Samstags waren wir dann gemeinsam mit der Familie mittags Essen im Temboclub. Richtig schoen ist es dort, ruhig, gruen, gemuetlich. Ansonsten haben wir den Tag mit ausruhen und reden verbracht, was aber sehr gut tat ;)
Sonntags war dann der Tag des Abschied nehmens gekommen. Fabi fuhr um 14 Uhr mit dem Shuttle nach Nairobi um in der Nacht nach Hause zu fliegen. Das war schon ein bisschen traurig, denn schliesslich haben wir die ersten 5 Monate sozusagen gemeinsam verbracht, auch wenn ich nur die ersten 5 Wochen in Arusha war, aber man konnte ja telefonieren und wir haben uns ja auch oft gesehen! Und man kann nicht sagen, dass einen so eine gemeinsame Zeit nicht verbindet =) danke hierfuer Fabi :)
Am Nachmittag habe ich mich dann noch mit Franzi getroffen, war richtig schoen mit ihr zu quatschen!!
Und dann ging es auch wieder zurueck nach Singida, denn die Arbeit macht sich nicht von alleine ;) Besonderheiten gab es keine weiteren in dieser Woche.
Das Wochenende verbrachten Lara, Julius und ich recht angenehmen im Zentrum von Singida mit sehr viel Spass und guter Laune. Am Montag war der normale alltag wieder da, Schule und Center.
Habe diese Woche im Uebrigen ein sehr schoenes Kompliment bekommen:
„now you’re a real african mama!”
Sowas hoert man doch immer wieder gerne! Der Grund dafuer war eigentlich ganz simple und fuer mich war es keine grosse Sachen. Im Center wird in sehr grossen Toepfen das Pilau fuer die Kinder gekocht. Diese muessen danach natuerlich sauber gespuelt werden und das ist eine schoene Sauerei und kann auch recht anstrengend sien, denn man muss extrem am Boden kratzen. Jedenfalls habe ich mich am Dienstag dieser Aufgabe gewidmet und wie eine „richtige“ tansanische Mama (Frau) die Toepfe geputzt.
Am Dienstag ist dann auch Lara wieder nach Singida gekommen und bis Mittwoch geblieben. Die Chance haben wir am Mittwoch Morgen gleich mal genutzt um einen Schokokuchen zu backen ;) Im Haus von Freunden durften wir unsere Kuenste (naja war nicht allzu schwer, denn wir hatten eine Fertigbackmischung von Lara :D) zeigen und es war super mal wieder leckeren Kuchen zu essen!! In der Schule war ich selbstverstaendlich trotzdem, aber mittwochs habe ich nur in der ersten Stunde Unterricht und danach frei bis ich zum Center muss. Von dem her hat das ganze sehr gut gepasst!!

Soweit die Highlights der letzten Wochen!
Bis bald eure Jana

Mittwoch, 19. Januar 2011

Dies und das aus dem tansanischen Alltag


Hier ein paar Eindruecke, die fuer mich schon voellig normal sind =)
                                          
Vor einer Woche ging die Schule wieder los und somit auch die Arbeit im Center. In der Schule unterrichte ich jetzt in 3 Faechern, Englisch in Klasse 1, dann Mathematik in Klasse 2 und History in Klasse 3. Insgesamt sind es 12 Schulstunden, die ich, jeweils zusammen mit einem anderen Lehrer, in der Klasse bin. Warum nicht alleine? Ganz einfach: Wir sind nur bis um 12 Uhr in der Schule taetig und gehen dann weiter zum Center, auch dieses Jahr. Und da in der Schule auch am Nachmittag noch Unterricht stattfindet, sind wir jetzt immer zu zweit in einer Klasse, damit der andere Lehrer den Unterricht mittags weiter machen kann. Es ist aber auch okay so, denn so hat man groessere Chancen, dass man alle Hefte bis zum Stundenende auch wieder korrigiert hat.
Ab halb 1 sind wir dann wieder im Center. Da ist die gleiche Arbeit wie im letzten Jahr zu erledigen, was soviel heisst wie Becher aus dem Schrank raeumen, Essen ausgeben, Essen fuer uns Mitarbeiter kochen, Becher wieder einraeumen, spuelen und putzen. Meine Englischschueler muss ich nun nicht mehr unterrichten, denn die gehen seit dem neuen Schuljahr alle auf die Secondary School und kommen somit auch nur noch zum Essen. Ein bisschen schade finde ich das schon, denn immerhin hat es mir Spass gemacht.
Soweit also der Start im neuen Jahr.


Jetzt ein paar tansanische Alltaeglichkeiten und Veraenderungen.

In meinem Zimmer hab ich es mir jetzt gemuetlicher gemacht. Zwar habe noch immer nicht mehr Platz, was ich mittlerweile auch ueberhaupt nicht mehr benoetige, aber an Stelle von dem Stuhl steht jetzt ein Regal. Und an der Wand habe ich Fotos platziert, damit es etwas schoener und heimischer wird.

Tiere halten ist hier so eine Sache fuer sich. Insbesondere gilt das fuer die Huehnerzucht und –haltung. Die armen Tiere sind in wahnsinnig engen „Staellen“ untergebracht und moechte man mehrer Huehnchen fuer das Essen kaufen, dann bekommt man ein Buendel von Huehnern, die an den Fuessen zusammen gebunden sind. Geschlachtet wird dann im Allgemeinen mitten im Hof und alle Innereien werden schoen sortiert und selbstverstaendlich auch verwendet.

Man nimmt ja an, dass hier alle sehr pruede sind, was das Zeigen von zu viel Haut angeht. Ansich ist es auch so und je nach dem wo man sich gerade befindet muss man sich auch entsprechend kleiden. Vor allem auf dem Land ist es ein absolutes No-Go die Schultern, zu viel Ausschnitt und alles ab dem Knie und aufwaerts zu zeigen. Jedoch ist es etwas anderes, wenn eine Frau gerade ein Kind zum Stillen hat. Da wird, ganz egal wo man sich gerade befindet, wenn es sein muss auch in der Kirche, einfach mal die Brust ausgepackt und man stillt vor egal wie vielen Menschen.

Das Festnetztelefon wurde hier uebersprungen und es gibt nur ganz wenige. Dafuer hat eigentlich jeder ein Handy. Und es ist ganz normal, dass wenn es klingelt, man auch hingeht. Aber auf die Idee, waehrend einer Besprechung, der Kirche, einer Unterhaltung oder dem Unterricht das Handy auf lautlos zu schalten, kommen die wenigsten. Es kann sein, dass man auf einer Besprechung alle 2 Minuten ein Handy klingeln hoert. Die Leute gehen dann selbstverstaendlich auch ran und manche gehen dafuer nichteinmal aus dem Raum.

Momentan regnet es sehr viel. Offiziell ist gerade keine Regenzeit, doch das Wetter spielt dieses Jahr ein bisschen verrueckt. Im Dezember hat es kaum geregnet, da waere die kleine Regenzeit gewesen, dafuer regnet es seit Januar jeden Tag. Es kuehlt dann auch maechtig ab, doch danach ist es meistens sofort wieder heiss, bzw. schwuel. Was ein bisschen unpraktisch ist, bis jetzt gab es aber noch keine Probleme damit, mein Zimmer hat zwar ein Fenster, aber dieses Fenster ist ohne Glas. Gluecklicherweise hat es noch nicht reingeregnet, doch manchmal spuere ich einen leichten Niesel von draussen, wenn es gerade regnet.

Die Regenzeit ist sehr gut fuer die Bevoelkerung hier, denn dann gibt es genuegend Wasser. Und fuer die, die so gut wie nichts besitzen, heisst es dann Wasser aus den Regenpfuetzen holen. Das Wasser ist alles andere als sauber und meist ist es einfach nur eine Schlammbruehe, denn durch den ganzen Sand und Dreck bleibt das Wasser natuerlich nicht lange sauber.

Auf den Strassen fuehrt der Regen manchmal zu Verkehrsproblemen. Da die wenigsten Strassen geteert sind, kann es schon mal vorkommen, dass Busse oder LKWs im Schlamm stecken bleiben. Fuer eine Fahrt nach Arusha kann man, wenn man Pech hat, bis zu 3 Tagen brauchen. Zum Glueck ist mir das bisher verschont geblieben, aber man soll ja nichts verschreien!

Ueber den vielen Muell, der hier ueberall so rumliegt habe ich ja schon berichtet. Eine weiter Umweltverschmutzung ist der Motor. Ein Auto wird oft stundenlang nicht ausgeschalten, sondern der Motor laeuft und laeuft und laueft. Da ist es egal, ob man einen kurzen Besuch bei Bekannten (wobei von Anfang an klar ist, dass man vor einer halben Stunde nicht mehr wegkommt) macht, ob man noch vor dem Tor wartet bis man endlich losfaehrt, oder gerade kurz eine Reparatur gemacht wird, der Motor bleibt an. Auch ein Daladala laesst den Motor laufen, obwohl man oftmals eine halbe Stunde wartet bis genug Menschen in dem Toyotakleinbus sitzen, damit es losgeht.

Stromausfaelle sind hier ebenfalls alltaeglich. Im Schnitt ist jeden 2. oder 3. Tag der Strom fuer mehrere Stunden weg. Das liegt daran, dass Tansania seit einigen Monaten den Strom unter der Bevoelkerung aufteilt, denn es muss gespart werden. In Deutschland kann man es sich nicht vorstellen fuer mehrere Stunden ohne Strom zu sein und sollte es doch mal passieren, dann aergert man sich total. Hier ist es fuer mich schon total normal bei Kerzenlicht zu kochen, duschen, lesen und arbeiten.

Ebenfalls voellig normal ist es, dass man auf einer mehrstuendigen Auto- oder Busfahrt mehrmals von der Polizei angehalten wird. Meist wird dann nur kurz einmal reingeschaut und nett „Hallo“ gesagt, aber nervig ist das ganze trotzdem.

In der Stadt faellt es einem gar nicht so arg auf, doch vor allem auf dem Land merkt man das grosse Alkoholproblem in Tansania. Viele trinken Bier oder die einheimischen, selbstgebrauten Getraenke wie Wasser. Unter anderem auch Menschen, von denen man es eigentlich spontan nicht erwarten wuerde, wie Aerzte. In den Doerfern ist es so, dass wenn das einheimische Getraenk gebraut wird, man der/m Dorfaeltesten eine bestimmte Literanzahl davon abgeben muss. Daher hat diese/r eine oftmals eine grosse Anzahl an Getraenken daheim und so bekommen auch die Enkelkinder schon mit etwa 10 – 12 Jahren Alkohol angeboten.

Polepole (langsam) – oh ja, darin ist man hier ein Meister. Sei es bei Verabredungen, Besprechungen, im Laufen oder Sachen reparieren, alles wird schoen gemuetlich gemacht. Wie ein afrikanisches Sprichwort sagt:
Die Europaeer haben die Uhr, wir haben die Zeit.
Und es ist auch wirklich so. Faengt eine Besprechung um 8 Uhr an, braucht man vor halb 10 gar nicht erscheinen, denn da ist eh noch niemand da. Laesst man sich ein Kleid schneidern und bekommt gesagt es ist bis da und da fertig, ist es sinnlos an dem Tag vorbeizuschauen, denn es kann auch vorkommen, dass man eine Woche spaeter danach schaut und gesagt bekommt „oh, tut mir Leid, aber ich braeuchte deine Maasse nochmals, habe sie verloren“. Wird etwas repariert, dann muss man in jedem Fall mehrer Stunden dazu rechnen, wenn nicht sogar ein paar Tage, bis es endlich fertig ist.

Bilder stelle ich so bald wie moeglich wieder hoch, aber es kann noch ein Weilchen dauern, sorry dafuer!

Ich hoffe ihr habt nun ein paar neue Eindruecke und koennt euch mein Leben hier ein Stueck weit besser vorstellen, wobei man das meiste einfach einmal erlebt haben muss um eine wirkliche Vorstellung davon zu haben.

Eure Jana

Samstag, 8. Januar 2011

Krismasi na heri ya mwaka mpya – Weihnachten und ein froehliches neues Jahr =)


Der Jahresabschluss mal ganz anders als sonst ;)

Kurz gesagt, Weihnachten gab es fuer mich letztes Jahr nicht wirklich und das neue Jahr wurde barfuss am Strand begruesst!

Zusammen mit der Haelfte von meiner Familie bin ich am 23. Dezember nach Rombo gefahren. Warum nur die Haeflte? Alle meine Gastgeschwister bis auf die Keinste sind schon dienstags mit dem Bus gefahren, da im Auto keine 10 Mann + Gepaeck Platz hatten. Dabei sind wir ja eigentlich in Afrika, wo man auch in einen Toyotakleinbus mehr als 30 Leute reinquetscht. Naja, mir wars recht, denn so wars nicht ganz so eng.
Rombo liegt am Hang des Kilimanjaros 5 km von der kenianischen Grenze entfernt. Die Landschaft und auch das Staedtchen sind sehr schoen, alles ist gruen und mit vielen Bananenstauden besehen. Waere der Himmel klar gewesen haette man einen fantastischen Ausblick auf den Kilimanjaro gehabt, denn der war ja praktisch ueber einem.
Von weihnachtlicher Stimmung habe ich allerdings nicht viel gemerkt. Dazu fehlten aber auch einige Dinge wie Kaelte und Schnee, Plaetzchen, Weihnachtsmarkt,... Daher war fuer mich der 24. ein ganz normaler Tag wie sonst auch, wobei das hier so oder so nichts besonderes ist, denn Weihnachten ist ja erst am 25. Dezember.
An dem besagten Tag ging es morgens in die Kirche. Der Gottesdienst war mal richtig angenehm, ohne Knien und nicht zu lange. Das einzige was mich da jedoch an Weihnachten erinnerte, war das Lied „Oh du Froehliche“ auf Kisuaheli. Danach war Weihnachten fuer mich vorbei, denn nach der Kirche lag ich nur noch krank im Bett. Die Mama war deswegen total traurig, denn so konnte ich nicht mit ihnen feiern.
Sonntags ging es mir dann schon wieder besser.

Als naechstes hiess es auf nach Sansibar – doch daraus wurde so schnell nichts. Zusammen mit Susi, Fabi, Fido, Eva und Julius sollte es montags eigentlich Richtung Daressalam losgehen. Doch nach etwa einer halben Stunde Autofahrt machte der Wagen schlapp. Also ging es zurueck nach Moshi um das Auto zu reparieren. Da wir hier bekanntlich in Tansania sind, heisst es auch beim Auto reparieren „polepole“ (dt. langsam). Wir haben den Dienstag dann gleich am Schopf gepackt und fuer einen Ausflug zu einem der Wasserfaellen bei Moshi genutzt. Daher war die Autopanne gar nicht mal so schlimm, denn waere sie nicht gewesen, haetten wir den schoene Wasserfall nicht gesehen. Nach 1 Stunde Daladala fahren und 2 Stunden wandern standen wir vor einem 72 m hohen Wasserfall, ebenfalls in den Haengen vom Kilimanjaro. Das Wasser war eissig kalt, aber uns Maedels hats trotzdem nicht davon abgehalten reinzuspringen!
Am Mittwoch Mittag sind war dann endlich losgefahren. Diesmal ohne weitere Zwischenfaelle. Wir hatten eine schreckliche heisse Nacht in Daressalam, denn man schwitzt dort schon im Stehen ohne jegliche Bewegungen. Am naechsten Morgen sind wir mit der Faehre weiter nach Sansibar.
Zur Belohnung haben wir uns den ganzen Tag am Strand ausgeruht ;) Und dabei war alleine der Anblick auf das Meer atemberaubend! Es sah aus wie im Paradies – tuerkis-blaues Meer, weisser Sand, Palmen und Sonne! Wirklich toll! Das Meer ist zwar warm gewesen, aber fuer uns war es dennoch eine Abkuehlung, denn die Luft war noch tausend mal heisser. Gegessen haben wir immer in einem Restaurant am Strand, sowohl mittags als auch abends. Es ist einfach herrlich, wenn man bei einem super leckerem Essen mit den Zehen im Sand puhlen und auf das Meer blicken kann.
Am 31. Januar sind Eva (eine Freundin von Fabi, die zu Besuch war), Fabi, Julius und ich nach Stonetown und haben ein wenig Sightseeing gemacht. Hat sich wirklich gelohnt, denn Stonetown ist so schoen, wie es immer heisst. Ein bisschen hat es mich an Venedig erinnert, denn es gibt auch so schmale und verschlungene Gassen.
Abends haben wir gegrillte Meeresfruechte am Strang gegessen und somit den Silversterabend perfekt eingeleitet. Danach ging es mit einem kleinen Holzboot in den naechsten Ort. Dort fand eine grosse Silvesterparty statt. Und man muss es wirklich mal erlebt haben - Silvester barfuss und im Sommerkleidchen, ganz ohne zu frieren und dick eingepackt zu sein! Dementsprechend viel Spass hatten wir auch =)
Nachts gings dann mit dem Boot zurueck und nachdem wir noch ein Weilchen am Strand geredet haben, sind wir dann auch mal schlafen gegangen.
Neujahr wurde dann nicht viel gemacht – kaum zu glauen, oder?! :D Wir haben uns am Strand ausgeruht und sehr oft eine Abkuehlung im Meer genossen, denn auch Sansibar ist extrem heiss.
Danach hiess es leider schon wieder nach Hause fahren, d.h. wir haben den Sonntag noch in Daressalam verbracht und sind montags zurueck nach Arusha. Dort war ich dann noch bis Mittwoch und dann ging es fuer mich zurueck in meine Heimat Singida.

Seither ist dann nicht mehr viel passiert. Ich finde es schoen wieder bei meiner Familie zu sein. Am Montag geht es wieder mit Arbeiten los und der normale Alltag beginnt erneut. Dennoch freue ich mich darauf ;)

Bis bald
Eure Jana